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Chonufinger

Chonufinger  Ausgabe 2 / 2006    

Bild und Text Bernhard Berger

Gysenstein

Schottische Hochlandrinder in der Trockenmatt

Die zottigen Wuschelköpfe mit den langen, geschwungenen Hörnern, haben es Fritz Mosimann und seiner Familie angetan. Der bekennende Scotch-Whisky Liebhaber, scheint ein Faible für das Schottische Lebensgefühl zu haben. 14 Schottische Hochlandrinder         (1 Bulle „Ami“, mit seinen 6 Mutterkühen, 6 Jungtieren und 1 Kalb) - oder Highland Cattles, wie sie auf der Insel genannt werden - weiden zur Zeit auf den grünenden Matten zwischen Bachsgraben und der Trockenmatt. „Der lange Winter, der viele Schnee und die tiefen Temperaturen waren geradezu ideal für diese robuste Rinderrasse. Der Sommer, mit den warmen Temperaturen, lieben die gutmütigen Tiere mit ihrem langen Ober- und dicken Unterhaar, nicht besonders“, so Fritz Mosimann.

Die Schliessung der Käserei Gysenstein, der Strukturwandel in der Landwirtschaft, sowie die immer sinkenden Milchpreise, haben Fritz Mosimann im Jahre 1999 aus wirtschaftlichen Ueberlegungen dazu bewogen, die traditionelle Viehhaltung aufzugeben. Er hat nach einem Neuanfang gesucht, die seiner Betriebsgrösse und seinen Möglichkeiten entsprachen. Da er noch ganztägig einer anderen Arbeit nachgeht, war schnell klar, dass es nicht viele Alternativen für seinen Betrieb gibt und hat sich deshalb - nach langen Ueberlegungen und Abklärungen - 2005 für die Mutterkuhhaltung mit Schottischen Hochlandrindern entschieden. Die Haltung der exotischen Rinderrasse ist nicht zuletzt auch wirtschaftlich interessant. Das Fleisch, mit dem Label „Highland Beef of Switzerland“, ist in Farbe und Geschmack  sehr viel kräftiger als normales Rindfleisch. Die Nachfrage nach diesem cholesterinarmen Fleisch ist sehr gross und übersteigt das Angebot bei weitem. Grund: Die Population in der Schweiz ist noch (zu) klein und die Jungtiere werden hauptsächlich zur Aufzucht verwendet. Die Fleischqualität untersteht den hohen Labelanforderungen der Highland Cattle Society und wird meistens direkt ab Hof verkauft.
„Ich habe meinen Entscheid bis heute nie bereut. Die Tiere sind mir, meiner Frau und den Kindern ans Herz gewachsen und sind einen Teil unserer Familie geworden. Hochlandrinder sind einfach schön und  genügsam. Ich habe diesen Schritt gewagt und wie ich glaube, für mich richtig entschieden“, erklärt Fritz Mosimann.
Wie recht er hat. Ein Frühlingsspaziergang in die Trockenmatt lohnt sich allemal.
Die Wuschelköpfe freuen sich auf Ihren Besuch!

 

Kasten
Was sind eigentlich Schottische Hochlandrinder?

Schottische Hochlandrinder

oder „Highland Cattle – wie sie auf der Insel genannt werden – gehören zur Gruppe der Robustrinder.
Sie unterscheiden sich von unseren einheimischen Kuhrassen durch ihr zotteliges, meist rötliches Haarkleid, den kurzen, breiten Kopf und die schwungvollen Hörner. Die Hochlandrinder sind anspruchslos und sehr robust. Tiefe Temperaturen, Eis, Regen und Schnee – wie im vergangenen Winter – können ihnen nichts anhaben und sind ausserdem gute Verwerter von Futter aus kargen Böden. Die Rinder werden immer häufiger in Naturparks oder auf Alpweiden gegen die Vergandung gehalten. Durch die gute Fleischqualität eignen sie sich besonders gut für Mutterkuhhaltung. Das Fleisch ist von hoher Qualität, feinfaserig und sehr cholesterinarm. Nicht selten wird ein Schlachtpreis von 5'000 Franken erzielt. Zuchttiere werden bis zu 8'000 Franken gehandelt.
Die Tiere können bis zu 20-Jahre alt werden. Der Bulle, er kann bis zu 750kg schwer werden, lebt in der Herde. Die Muttertiere können jedes Jahr trächtig werden und ziehen ihre Kälber selbständig auf.
In England wird diese Rasse seit über 200 Jahren reinrassig gezüchtet. Die ersten Tiere wurden 1993 in die Schweiz eingeführt. Die Züchter sind in der Highland Cattle Society zusammengeschlossen.

Quelle: Highland Cattle Society ( www.highlandcattle.ch )



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